21 | 05 | 2020

Aktuelle Stunde № 2

Warum einfache Lösungen nichts wirklich lösen

Die Komplexität der Welt und ihrer Krisen ist schwer auszuhalten. Einfache Lösungen sind verheißungsvoll, sich danach zu sehnen, ist menschlich. Doch in Wirklichkeit schaden sie oft mehr, als dass sie helfen. Der Gegenentwurf ist Akzeptanz.

Dies ist eine Vorschau. Gegen eine Gebühr kann ich dir das ganze Video (77 Min) zur Verfügung stellen. Ich freu mich über deine Nachricht. Mehr dazu unter Infos.

Thema der heutigen Aktuellen Stunde: Am Beispiel der Verschwörungstheorien, die momentan besonders weit verbreitet sind, kann man einen Mechanismus beobachten, der schon seit Jahren zum Aufstieg der neuen Rechten in Europa beiträgt: Aktuell ist es die Pandemie, die so komplex und langwierig ist, dass es schwer ist, den Zustand mit all seinen Einschränkungen, Ungewissheiten und Widersprüchen zu ertragen, geschweige denn wahrhaftig zu verstehen. Psychologen beschreiben, dass angesichts solcher Phänomene Ohnmacht, Angst und das Gefühl zu versagen entstehen können, die schwer auszuhalten sind.

Diese Not instrumentalisieren Rechtspopulisten. Sie bieten eine simple Erklärung (zum Beispiel ein Feindbild) mit einfachen "Lösungen" an. Daran zu glauben, kann dem überforderten Geist eine Verschnaufpause verschaffen, das Aushalten Müssen scheint ein Ende zu haben. Allzu einfache Lösungen haben nur leider den Haken, dass sie sich bei genauer Betrachtung als Fehlstrategie entpuppen und das Grundproblem nicht zum Guten verändern. Dass sie sogar neue Probleme schaffen können. So, wie wenn man an einem Mückenstich kratzt: Erst verschafft es Linderung. Danach juckt es umso mehr, das Gift ist verteilt, vielleicht blutet es sogar und eine Narbe bleibt zurück.

Um mich gegen solche Scheinlösungen zu wappnen und trotzdem gut weiterleben zu können, muss ich lernen, dass es auch unangenehme Zeiten, Umstände und Gefühle im Leben gibt, die ich aushalten muss. Nicht: Augen zu und durch!

Wenn ich den Tatsachen in die Augen sehe, und akzeptiere, dass Unangenehmes zum Leben gehört, kann ich mit der Zeit gelassener damit umgehen. So erst entsteht der Raum, für mich zu sorgen, die Krise zu betrachten und zu erkennen, ob es vielleicht doch nachhaltige Schritte in Richtung einer Bewältigung gibt. Anstatt mich durchzukämpfen, kann ich so das Beste aus einer Situation machen und mit ihr im Frieden sein.

Wir entdecken auf der Matte, wo wir durch Ausweichbewegungen die Arbeit an Körperbereichen, die es nötig haben, umgehen, um tiefer in die Position zu kommen. Und üben, stattdessen die Realität unseres Körpers anzunehmen: Krieger III, Krieger II, Eidechse, Ausfallschritt, pinkelnder Hund, Taube, Schildkröte... Voraussetzung ist, dass du vorher das Orientierungsvideo geübt hast.

WARNUNG: Das Video ist - wie alle anderen auf dieser Seite - nicht für totale Anfänger geeignet! Du übst auf eigene Gefahr. Mehr Infos dazu...

Falls du Kommentare, Fragen oder auch andere Punkte hast, die du zum Video los werden willst, kannst du mir eine Mail schicken.

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